Haare waschen ohne Shampoo liegt im Trend. Immer mehr Menschen möchten zurück zu einer natürlichen Haarpflege. Entweder, weil sie genug haben von künstlichen Sachen im Haar oder weil sie einfach umweltbewusster oder naturverbundener leben möchten.

 

Gerade am Anfang ist es gar nicht so einfach, die richtige Haarseife für sich zu finden

Meistens waschen wir die Haare nicht, weil sie tatsächlich schmutzig sind, sondern viel mehr, weil sie fettig sind. Dann fallen sie nicht mehr schön, sehen womöglich speckig aus, vor allem am Ansatz. Und da sind wir auch schon an der Quelle, nämlich bei der Kopfhaut. Diese produziert das Fett, das sogenannte Sebum, welches die Haare am Ansatz fettig macht.

Der Grund: Die Haut hat ihren eigenen Feuchtigkeits- und Fetthaushalt und versucht stets, ihr eigenes gesundes Gleichgewicht zu erhalten, gegen alle äußeren Einflüsse. Zum Beispiel gegen Hitze, Kälte, Trockenheit und gegen persönliche Irritationen wie das Haarewaschen.

Wird es der Kopfhaut zu trocken, gleicht sie dies aus, indem sie Sebum produziert und dadurch den Fettmangel ausgleicht. Die Haare sollen stets sauber und hübsch sein und das vor allem schnell. Doch jede Haarwäsche mit herkömmlichen Shampoos stören das Gleichgewicht der Kopfhaut.

Die industriell gefertigten Flüssigshampoos oder Shampoobars (festes Haarshampoo) trocknen das Haar und die Kopfhaut aus. Richtig schön wird das Haar oft erst mit einer Pflegespülung, die, wie die meisten Shampoos, Silikone enthält. Diese Silikone kaschieren entstandene Haarschäden nur. Was geschieht nach einem solchen Waschgang mit der Kopfhaut? Richtig! Sie fettet nach. So entsteht das Phänomen der trockenen Längen und Spitzen während der Haaransatz womöglich schon am nächsten Tag wieder fettig ist. Wer Haarseifen verwendet wird bemerken, dass dies Geschichte ist!

Denn mit einer Haarseife werden die Haare schonend gewaschen, sodass die Kopfhaut gar nicht entfettet wird und sie gleich wieder nachfettet. Im Idealfall werden auch die Waschabstände verlängert.

 

Welche Rückfettung soll ich nehmen?                                      

Meine Haarseifen sind mit 6 bis 18 Prozent überfettet. Diese Rückfettung bewirkt, dass ihr Haar und Kopfhaut nicht komplett entfettet wird, wie bei einem Shampoo. Die Rezepturen enthalten stattdessen 6 bis 18 Prozent mehr hochwertige Öle und Fette als für die Verseifung eigentlich notwendig wären. Dieses überschüssige Fett wirkt rückfettend auf die Haut und beugt der Austrocknung vor. Außerdem pflegt es die Längen und Spitzen und schützt vor Spliss.

Fettet der Ansatz rasch nach, empfiehlt sich eine mittlere bis höhere Rückfettung zu wählen. Das ist allerdings eine Faustregel, denn jedes Haar ist anders.

Die Rückfettung ist ein Kriterium bei der Auswahl einer Haarseife. Auch die in der Seife enthaltenen Öle, Fette, Kräuter und ätherischen Öle spielen eine Rolle. Lesen Sie sich daher bitte die Beschreibung der verschiedenen Haarseifen aufmerksam durch.

Für den Beginn werden oft Seifen mit geringem Rückfettungsgrad empfohlen, der dann langsam gesteigert werden kann. Auch die Möglichkeit einer sogenannten Kreiswäsche kann ich Ihnen empfehlen. Dabei werden Seifen im Wechsel angewendet mit verschiedenen Rückfettungsgraden und verschiedenen Ölen und Fetten.

Welche Haarseife Ihrem Haar gut tut, müssen Sie selbst herausfinden. Sollte mal eine bei Ihrem Haar nicht funktionieren, nehmen Sie diese einfach zum Händewaschen oder zur Körperpflege. Also, Sie können gar nicht „falsch kaufen“.

 

Der Umstieg zu Haarseifen

Männer und Frauen mit kurzen Haaren haben in der Regel kaum Probleme bei der Umstellung auf Haarseife. Frauen (und auch Männer) mit langen Haaren haben oft mehr Mühe, sind aber, wenn die Umstellung mal gelungen ist, absolute Fans und halten der Haarseife die Treue.

Sie verwenden eine Haarseife stets mit dem Gefühl, auf der Seite der Natur zu stehen und nicht auf der Seite der Errungenschaften der chemischen Industrie. Insofern ist das Haarewaschen mit Seife auch ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und der Bewahrung unseres Planeten.

Kalt gerührte Haarseifen sind vollständig biologisch abbaubar.

 

Der Vorteil von Haarseifen

Kaltgerührte Haarseifen werden nicht gekocht. Die Inhaltsstoffe der wertvollen Öle wie Mandel-, Argan-, Traubenkern- oder Avocadoöl erreichen dadurch das Haar. Dasselbe gilt für Kräuter und ätherische Öle, die verwendet werden. Sie können, ebenso wie die verwendeten Öle und Fette, für natürlichen Glanz sorgen und den Haarwachstum anregen.

 

Nachhaltigkeit

Die Verwendung einer kaltgerührten Naturseife ist ein Schritt zurück zur Natur und gleichzeitig ein Schritt vorwärts in eine nachhaltige Welt. Ein Schritt weg von Plastikmüll und künstlichen Substanzen, die weder Haut noch Haar guttun und noch dazu oft nicht vollständig biologisch abbaubar sind.

Wie jeder Schritt im Leben ist auch dieser nicht immer einfach. Doch es wächst die Zahl derjenigen, die froh sind, diesen Schritt getan zu haben und die trotz immer wieder neuer Versprechungen der Kosmetikindustrie nicht mehr zurück wollen.

Mit einer Haarseife kommt man bei durchschnittlicher Anwendung von 2x / Woche ca. 3 Monate lang aus.

 

Anleitung zur Anwendung von Haarseifen

Machen Sie Ihre Haare nass.

Nehmen Sie die Seife in die Hand und reiben mit der flachen Seite kräftig über Ihre nassen Haare, bis Sie Ihre Haare überall maximal aufgeschäumt haben. Dann legen Sie die Seife weg und massieren gründlich Haar und Kopfhaut (diese soll vordergründig behandelt werden!).

Danach gründlich ausspülen und im „2.Waschgang“, dem so genannten „Pflegegang“ alles wiederholen.

Zum Schluss sollten Sie mit einer „sauren Rinse" nachspülen, das vor allem bei längerem Haar empfehlenswert ist, die Kopfhaut wird neutralisiert und eventuelle Seifenrückstände weggespült.

Saure Rinse ist ein natürlicher Conditioner!

1-2 EL Apfelessig oder Zitronensaft auf 1-2 Liter kaltes bis lauwarmes Wasser und dies übers Haar leeren. Eventuell nochmals mit Wasser ausspülen.

Das riecht nicht nach Essig, wenn es trocken ist!

Dadurch wird das Haar weich und glänzend!!!

 

Eine Spülung mit saurer Rinse ist sinnvoll um den pH-Wert des Haares nach der basischen Wäsche mit Seife wieder auszugleichen. Denn von Natur aus hat das Haar einen eher sauren pH-Wert.

 

Übrigens: Haarseifen können sehr gut bei Dreadlocks angewandt werden!

Haarseifen
Welche ist die „Richtige“ für mich?